|
Ausbildung-Stefanshof
Unseer Verein hat jetzt eine neue Jugendordnung, diese wurde auf der Jugendvollversammlung am 06.07.2007 geschlossen.
Jetzt haben wir auch einen Jugendausschuss, dieser setzt sich zusammen:
Jugendleiterin Anja Feldhäuser
stellvertretende Jugendleiterin Fine Klossek
Jugendvertreter:
Malenka Stenner Sebastien Nentwich
Jugendtrainer und Betreuer:
Andrea Brenken Jule Brenken
Anja Feldhäuser
Heidi Arnold
Malenka Stenner
Sebastien Nentwich Fine Klossek

Pferde und mehr beim
PSV Mainz-Bretzenheim e.V.
Jugendarbeit wird beim Pferdesportverein Bretzenheim schon lange groß
geschrieben, das Herzstück des Vereins auch hierin ist der Stefanshof.
Geführt von Stefan und Christiane Arnold, bildet das Anwesen mit seinen
vier Hektar Land das Zentrum für alle Aktivitäten, wobei Frau
Arnold das Amt des Jugendwarts im Verein zu ihrer Hauptaufgabe gemacht hat.
Der Hof bietet mit drei Außenplätzen, einer großen
Halle und einem großzügigen Gelände ideale Möglichkeiten,
mit den rund 40 Kindern und Jugendlichen bei jedem Wetter zu arbeiten. Insgesamt
stehen zwölf Pferde und Ponies für Unterricht zur Verfügung,
welcher in Form von Spielgruppen für die Kleinen und Einzelunterricht
für die Großen stattfindet.
Die Spielgruppen
Von klein auf lernen die Kinder hier nicht nur sicher im Sattel zu sitzen,
sondern auch den Umgang mit den Pferden. Mindestens zweimal die Woche kommen
die jüngeren Kinder jeweils in Gruppen von 4-8 Kindern auf den Hof,
um drei Stunden lang spielerisch an das Thema "Pferd" herangeführt zu
werden. Hierbei liegt der Schwerpunkt zunächst auf der Bewegung an
der frischen Luft: Wer gerade nicht auf dem Pferd sitzt kann auf dem großen
Trampolin seine Balance üben, am Baumhaus hinter der Halle werkeln
und spielen, den neu erworbenen Voltigier- und Turnbock austesten oder sich
im Stall die Zeit vertreiben. Dabei lernen die Kinder nicht nur die Grundlagen
der Reiterei, sondern schulen zusätzlich spielerisch ihre sozialen
Fähigkeiten und betätigen sich sportlich. Die Kinder sind also
nicht, wie sonst üblich, nur für die Zeit ihrer Unterrichtsstunde
am Hof, sondern die ganzen drei Stunden, und werden dabei eins nach dem anderen
von erfahrenen Reitern an der Longe ans Reiten herangeführt, ebenso
wie alle Kinder beim Fertigmachen der Pferde vor und nach dem Unterricht
beteiligt sind. So lernen sie frühzeitig und ohne Zwang den Umgang mit
dem Pferd, bis sie schließlich sicher frei reiten können.
Natürlich spielt hierbei auch die Theorie eine große Rolle;
in den Ferien finden Reitwochen statt, bei denen die Kinder in den gewohnten
Gruppen ein- bis zwei Wochen lang täglich im Stall sind und zusätzlich
zum normalen Unterricht auch Theoriestunden bekommen – mit anschaulichen
Beispielen und spielerischen Übungen erlangen sie so die wichtigsten
Basiskenntnisse. So sind sie bestens gerüstet für die Lehrgänge,
die einmal im Jahr angeboten werden. Dabei können die jungen Reiter
vom Basispass über das Longierabzeichen bis hin zum Silbernen Reitabzeichen
alle Prüfungen ablegen und erhalten hierfür den nötigen Praxis-
und Theorieunterricht.
Die Jugendreiter
Selbstverständlich kommen auch die älteren Jugendlichen nicht
zu kurz: Sie haben, abgesehen von den Reitabzeichenlehrgängen, die
Möglichkeit, eines der Pferde als Reitbeteiligung zu bekommen. Dies
schließt Einzelunterricht ein, der die jungen Reiter fördern
soll. Bereits in der Kindergruppe erlangte Kenntnisse werden so "wie mit
dem eigenen Pferd" vertieft, vervollständigt und weitere Fortschritte
ermöglicht. Daß dieses Konzept aufgeht, zeigen u.a. die vielen
Turniererfolge besonders auch der Jugendreiter des PSV. So erlangte Heidi
Arnold unter anderem im Jahr 2003 den dritten Platz bei der Rheinhessischen
Meisterschaft, und ihre Altersgenossinnen belegten 2004 ebenfalls in verschiedenen
Disziplienen die vorderen Ränge. So in diesem Sommer auf dem Stefanshof.
(s. Artikel).
Vier erfahrene Turnierreiter, darunter sogar die amtierende sächsische
Meisterin, stehen dem Nachwuchs mit Rat und Unterricht zur Seite und die
entsprechend gut ausgebildeten Pferde im Stall tun ihr übriges. So lernt
jede/r Jugendliche von Grund auf alles das, was man wissen muß, wenn
dann irgendwann der Traum vom eigenen Pferd wahr werden soll.
... und mehr
Reiten ist jedoch längst nicht alles, was die Kinder auf dem Stefanshof
lernen. Neben dem Reitstall betreibt die Familie Arnold auch Landwirtschaft,
so daß die Kinder besonders in den Erntemonaten einen Einblick in
die landwirtschaftliche Arbeit erhalten. Sogar ein Traktor mit Automatikgetriebe
gehört zum Hof, den die Kinder unter Anleitung auch mal "fahren" dürfen.
Am Haus ist ein kleiner Garten, der Anschauungsunterricht in Sachen Nutzpflanzen
ermöglicht. Ein freundlicher Hofhund und ungefähr 14 Katzen, zum
großen Teil ehemals unvermittelbare Tiere aus dem Tierheim, machen
den Hof zu einem Spielparadies für Kinder jeden Alters. Der "Streichelzoo"
wird außerdem noch um Kaninchen erweitert werden, damit den Kindern
ein Aufwachsen mit Tieren und dadurch auch das Übernehmen von Verantwortung
möglich ist, egal ob großes Pferd oder kleines Häschen.
Außerhalb des Hofes macht der Verein jedoch nicht Halt, sondern
es werden jedes Jahr auch Ausflüge mit den Kindern angeboten, so zum
Beispiel nach Haßloch in den Holiday Park oder ins Taunus Wunderland.
Für das nächste Jahr ist beispielsweise ein Tag im Adlerhorst
Rheinböllen geplant. Ebenso werden auf Anfrage auch gern Schnuppertage
für Kindergärten organisiert, und es besteht eine Zusammenarbeit
mit dem Jubs. Im Herbst stellt der Stefanshof mit Heidi Arnold und ihrem
Pferd Ramon dann traditionell den Martinsreiter für die Umzüge
der Bretzenheimer Kindergärten, bei denen die Reitkinder als kleine
Theatergruppe die Geschichte des Bettlers und des heiligen Sankt Martin
nachstellen. Dies selbstverständlich ehrenamtlich.
Spaß am Reiten ist also nur eine von vielen Facetten, aus denen
sich das Ziel der Jugendarbeit im PSV Mainz-Bretzenheim zusammensetzt –
die Möglichkeiten sind fast unbeschränkt, und es werden keine
Mühen gescheut, diese voll auszuschöpfen. Daher läßt
sich die Vereinsarbeit nicht auf einzelne Projekte reduzieren, das Konzept
steht als Ganzes für ganzjähriges Engagement und wird mit Sicherheit
in der Zukunft durch weitere Ideen und Aktionen erweitert werden.
Vorbildliche Jugendarbeit des
PSV aus Elternsicht
In der heute so schnelllebigen und verbrauchsorientierten Gesellschaft
sind verant-wortungsbewusste Eltern noch stärker gefordert, ihren Kindern
die „eigentlichen“ Werte des Lebens zu vermitteln. Dabei dürfen der
Bezug zur Natur und das soziale Verständnis der Gemeinschaft nicht fehlen.
Dies sind aber Elemente, die die Kinder durch eigene Erfahrungen verinnerlichen
müssen. Und die Vermittlung solcher Inhalte ist um so schwieriger
geworden, je mehr unsere Kinder aufgrund zunehmender Med-iatisierung (Computer,
Internet, Fernsehen) auf Kreativität und Phantasie verzichten, um
Neues zu erfahren.
Als Eltern (wir haben zwei Kinder im Alter von jetzt 7 und 9 Jahren)
drängen wir also auf Ausgleich. Der naheliegendste Weg ist, die Kinder
schon frühzeitig zu sportlicher Aktivität zu führen,
die neben körperlicher Schulung nicht nur wichtige Erfolgserleb-nisse
durch Leistungssteigerung bringt, sondern gleichzeitig den Spaß in
der Gruppe und die Verantwortung gegenüber einer Gemeinschaft vermittelt.
Hier haben wir leider die Erfahrung gemacht, dass es sehr wenig Vereine
gibt, die eine qualifizierte und altersgemäße Kinder- und Jugendarbeit
in ihren Abteilungen anbieten. Und vor allem im Reitsport ist es - zumindest
in dieser Region - nahezu aussichtslos, eine Reitschule/einen Reitverein
zu finden, die auch kleineren Kindern (unter 8) die Kunst des Reitens mit
dem Partner Pferd vermittelt.
Um so einzigartiger und überzeugender ist das ganzheitliche Konzept
des PSV, das nicht nur die Kinder sondern auch die Eltern nachhaltig begeistert:
Hier geht es schon mal gar nicht - wie im alt herkömmlichen Tattersall
- nur um das Reiten des Pferdes als Gebrauchs-, Spaß- oder Freizeitobjekt.
Vielmehr wird bei
den Kindern in kleinen Spielgruppen (bis zu 4 Kindern pro Gruppe) das
Pferd als Lebewesen in den Mittelpunkt gestellt. Bei der Arbeit mit und
auf dem Pferd werden Bewegungsspiel und Sport zur Einheit.
Es gilt, zunächst das Tier kennen zu lernen, Vertrauen zu ihm zu
finden und Verant-wortung ihm gegenüber zu übernehmen. Durch
den Gruppenbezug lernen die Kinder dabei wie von selbst die Verantwortlichkeit
im Team und sind schnell in der Lage, sich eigenständig den umfänglichen
Aufgaben zu stellen.
Von besonderem Wert ist dabei, dass sich hierbei auch die erfahreneren
Jugendlichen der Kinder annehmen. So können die Jüngeren ohne
das gewohnte Eltern-Kind-/ Lehrer-Schüler-Verhältnis frei und kreativ
die Reiterfreuden und -pflichten erfahren und mit Überzeugung dem Können
ihrer Vorbilder nacheifern. Und da der Verein viele erfolgreiche junge Vorbilder
hat, fällt es den Kindern nicht schwer, leistungsorientiert an sich
selbst zu arbeiten.
Wie schnell das geht, haben wir an unserer Tochter Theresa erlebt, die
nach kurzer Trainingszeit auf ihrem ersten Turnier mit dem Ehrenpreis der
Teilnahme in der Führ-zügelklasse des Nürnberger Burgpokal-Finales
2004 in der Frankfurter Festhalle (Förderpreis von Ann-Kathrin Linsenhoff
und Mitsubishi) ausgezeichnet wurde. Dies verdankt sie nicht nur ihrem ungebremsten
Interesse und Übungseifer, sondern der persönlichen, liebevollen
und zugleich beharrlichen Zuwendung ihrer Betreuer und Vereinskameraden.
Und das Ungewöhnliche daran ist, dass Leistungsförderung im
PSV auch möglich ist ohne eigenes Pferd! Schon daran wird deutlich,
dass der PSV nicht den Einzelkäm-pfersport in den Vordergrund stellt,
sondern an einer leistungsorientierten Arbeit wie an der Persönlichkeitsentwicklung
der Kinder/ Jugendlichen interessiert ist. Dadurch können sie vollkommen
unbelastet in den Wettkampfsport hineinwachsen.
Hierbei erkennen sie schnell, dass sowohl beim Umgang mit dem Pferd
als auch beim reiterlichen Üben ein Fortschritt nur erzielbar ist,
wenn Interesse und Leistungsbereit-schaft konstant bleiben. Durch die persönliche
Zuwendung und beharrliche Arbeit der Betreuer werden mögliche „Durststrecken“
schnell überwunden.
Das Kinder- und Jugendtraining wäre natürlich nicht ganzheitlich,
wenn neben der Vermittlung von Wissen und Erfahrung rund um das Pferd und
den konzentrierten Einzel-Unterrichtseinheiten im Kreis der Gruppe den Kindern
nicht auch Freiraum zur persönlichen Entfaltung und Verarbeitung des
Gelernten gegeben würde. Auch hier nutzt der PSV den Grundsatz, dass
Spiel und Bewegung die grundlegenden Formen der kindlichen Aktivität
sind.
Dem Bewegungs- und Erforschungsdrang sind auf dem vier Hektar großen
Gelände des Stefanshofes keine Grenzen gesetzt. Besonders beliebt ist
das große Trampolin, das nicht nur der Balanceschulung dient, sondern
die Kinder zur freien Lockerung und Entspannung wie zum gemeinsamen Spiel
einlädt. Hier ist immer was los.
Und wer es ruhiger haben möchte oder Abenteuerlust verspürt,
der steigt in das ge-räumige Baumhaus, das in den Sommerferien gemeinsam
von und mit den Kindern mit viel Liebe und Kreativität errichtet wurde.
Auch sonst gibt es immer viel Neues zu entdecken. Dieses Jahr ist es
die riesige Schlange aus Strohballen, auf der sich die großen wie
die kleinen Kletterkünstler treffen. Und wer noch ein bisschen üben
oder ausprobieren möchte, kann dies nach Herzenslust auf dem Voltigierbock.
Die Kinder erleben auf diese Weise Sport und Bewegung als Bestandteil
des Lebens, Lernens und Erfahrens. Anspannung und Entspannung können
sich bedürfnisgerecht abwechseln und ergänzen. Das scheint uns
Eltern ein ganz wichtiges Element für ausgeglichenes und leistungsorientiertes
Lernen zu sein.
Das Schöne ist, dass dies harmonisch verbunden wird mit der Verantwortung
für und Respekt gegenüber dem Tier. Dabei geht es nicht nur um
die Pferde. Denn zur Hof-gemeinschaft gehören auch vierzehn Katzen,
eine Labradorhündin (sie wacht wie eine Mutter über alle Kinder!)
und bald wieder ein Häschen.
Bei diesem Konzept verwundert es nicht, dass sich auch Kinder mit ADHS
(Aufmerk-samkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) erstaunlich schnell
in der Gemeinschaft zurechtfinden und ihre Konzentration verbessern. Insoweit
macht sich der PSV die Erkenntnisse der Sportwissenschaftler der Universität
Heidelberg zunutze, um den hyperaktiven Kindern auf natürlichem Weg
zu helfen.
Die Wissenschaftler fanden bestätigt, dass bei Kindern auf
dem Land die ADHS-Quote
deutlich niedriger ist, weil sie sich mehr bewegen. Deswegen müssen
ADHS-Kinder lernen,
ihre Bewegung und vor allem ihre überschüssige Kraft zunächst
zu kontrol-lieren und dann
im zweiten Schritt gezielt einzusetzen. Sie sollen vor allem das Maß
an Bewegung zurück
bekommen, das es früher im Alltag gab und das ihnen durch die veränderten
Umweltbedin-
gungen genommen worden ist.
Aber auch das Spielen im Team, die Rücksichtnahme auf andere
und Einfühlungsver-mögen werden von den Wissenschaftlern als
wichtiger Bestandteil für die Arbeit mit hyperkinetischen Kindern
gesehen. Und dies finden die Kinder auf dem Stefanshof ohnehin.
Die Gemeinschaft im PSV wird durch zahlreiche gemeinsame Aktivitäten
und Aus-flüge gestärkt. Beliebt sind dabei natürlich die
regelmäßigen Ausflüge in umliegende Freizeitparks (Holiday
Park, Taunus Wunderland), rege Teilnahme fand aber auch bei
eher lehrreichen Ausflügen wie z.B. zum Adlerhorst Rheinböllen/Hochwildschutzpark
Hunsrück statt. Und natürlich sind die Kinder auch immer dabei,
wenn es darum geht, ihre Arbeit und den Verein zu repräsentieren, sei
es auf dem Adventsmarkt oder beim Tag der offenen Tür.
Fazit:
Wir haben bisher noch keinen Verein angetroffen, der sportliche Förderung
von Kindern und Jugendlichen in ein so stimmiges pädagogisches Konzept
einbindet.
Die Kinder- und Jugendarbeit vereint Bewegung und kreatives Spiel mit
der Möglich-keit zu sportlicher Entwicklung und Leistung in sozialer
Gemeinschaft. Hier werden ohne Neid, ohne Ellbogen und Einzelkämpfermentalität
gemeinsame Ziele erreicht, die jedem Einzelnen zugute kommen.
Der PSV ist wie eine große Familie. Und wie sehr sich alle Mitglieder
dieser Familie engagieren, sieht man an den kleinen Festen und großen
Turnieren - sowohl bei den sportlichen Erfolgen als auch im Engagement eines
jeden für den Verein und im all-täglichen Vereinsleben.
Diese Art der Kinder- und Jugendarbeit sollte Vorbild für viele
andere Vereine sein!
Für die Eltern:
Claudia Stöhr-Dill
|

|
|
|
|